Neue Heimat für Asylsuchende
Bis auf den letzten Platz belegt waren die Zuschauerränge bei der jüngsten Sitzung des Gmeinderats in Bad Endorf. Zentrales Thema war wohl der Tagesordnungspunkt 5 "Unterbringung von Asylbewerbern im "Bauernwirt"". Anwesend waren auch die möglichen zukünftigen Betreiber des Hauses, Werner sen. und Werner jun. Heinrichsberger. Sie erläuterten die geplante Vorgehensweise und berichteten über ihre Erfahrungen mit weiteren von ihnen betriebenen Einrichtungen. Die Familie Heinrichsberger bewirtschaftet bereits die Gaststätten Kampenwand in Aschau, und Bernau, den Alpenblick in Prien und den goldenen Pflug in Umratshausen, wo ebenfalls Asylbewerber untergebracht sind. Ähnlich wie beim Bauernwirt, seien auch im goldenen Pflug die Zimmer nicht mehr in einem zur Vermietung an Touristen geeigneten Zustand gewesen. So wurde der 1. Stock komplett renoviert und wird zwischen März und Oktober mit einer Auslastung von über 80 % an Feriengäste vermietet. Im zweiten Stock sind Asylbewerber untergebracht, so Heinrichsberger. Natürlich habe es anfänglich immer wieder kleinere Konflikte, sowohl der Bewohner untereinander, als auch mit Anwohnern gegeben. Dies habe sich aber inzwischen gut eingespielt und die Integration der Asylbewerber sei auf einem guten Weg.

Im Bauernwirt soll eine klassische bayerische Gastronomie im mittleren Preissegment entstehen, die die alte Rolle des Gasthauses in Bad Endorf wieder übernehmen soll. Die Asylbewerberunterkunft, die über einen separaten Eingang und großzügige Aufenthaltsräume verfügt, soll vorzugsweise für Familien zur Verfügung stehen. Die Belegung übernimmt das Landratsamt aber in eigener Regie. Die Eröffnung ist für Dezember geplant.

Das Gremium, das sich parteiübergreifend seiner Verantwortung und der humanitären Pflichten voll bewusst ist, nahm die Präsentation der Fakten wohlwollend zur Kenntnis und begrüßte die Strategie der neuen Wirtsleute. Laut Auskunft aus dem Rathaus werde man möglicherweise damit rechnen müssen zur Aufnahme weiterer Asylbewerber verpflichtet zu werden. Wo diese neben den schon bestehenden Unterkünften untergebracht werden sollen, ist noch nicht geklärt. Es wird eine intensive Zusammenarbeit mit der Diakonie in Rosenheim, dem Landratsamt und den vielen ehrenamtlichen Helfern angestrebt. Auch das Rathaus wird seinen Teil dazu beitragen. So werde die Auszahlung des Unterstützungsgeldes, das bisher in Rosenheim abgeholt werden musste, in Kürze vom Rathaus Bad Endorf übernommen.

Bürgermeisterin Doris Laban nahm zu der Thematik wie folgt Stellung:

Zu dieser massiven Solidarität und dem Willen diesen uns zugewiesenen, in Not geratenen Menschen zu helfen, kann man Bad Endorf nur beglückwünschen. Nicht nur im Gemeinderat und im Rathaus ist dieses hohe moralische Niveau zu spüren. Man kann den mutigen Wirtsleuten nur Glück und Erfolg wünschen. Die Unterstützung auch aus dem Ort ist ihnen gewiss. Besonderer Dank gilt unseren Ehrenamtlichen, die sich dieses Themas angenommen haben.




Theo B Busch
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