"Kino Maria" wird 100
Maria Stadler zum 100. Geburtstag

Über Maria Stadler ist viel geschrieben worden. Auch manchmal Falsches. Über Doris Dörries „Ob‘s stürmt oder schneit“ heißt es im Festivalkatalog der Berlinale 1977: „Porträt der Kinobesitzerin Maria Stadler, die in Endorf, einem fränkischen Dorf, ein Kino betreibt.“

Maria Stadler, am 30. Oktober 1914 in Mühldorf, Oberbayern, geboren, setzte nach dem Zweiten Weltkrieg alles auf das Medium Kino. Bereits 1945 eine Lichtspiellizenz in der Tasche, betrieb sie leidenschaftlich ein Wanderkino, das 1953 dann in Endorf, Oberbayern, mit dem heutigen Kinosaal sesshaft wurde. Doch schon kurze Zeit später begann mit der Ausbreitung des Fernsehens das große Kinosterben und wenn Maria nicht mit viel Herzblut und Hingabe bei der Sache gewesen wäre, dann gäbe es das Kino heute nicht mehr.

Doris Dörrie beschreibt den Alltag der Maria Stadler so: „Frühmorgens steht die Frau auf und fängt sofort an, für ihr Kino zu schuften (...), wenn es hochkommt, hat sie am Abend 10 Besucher, (…) Die Stadler ist so arm, dass sie den ganzen Tag Holz hacken muss, um den Saal heizen zu können. (…) deswegen ist es in Landkinos fast immer kalt, man friert entsetzlich. Schon aus diesem Grunde bleiben die Leute lieber vor dem Fernseher hocken. (…) Allnächtlich (…) putzt sie das Kino, was meistens bis gegen 2 Uhr dauert. Vor drei Uhr geht sie niemals schlafen, um dann in der Frühe erneut um 6 Uhr anzufangen.“ Bis zuletzt ins hohe Alter von 80 Jahren hat Maria ihr Kino betrieben und für ihr Lebenswerk 1988 das Filmband in Gold, den Vorläufer der heutigen Lola, bekommen. Vielen war Maria Bestandteil der eigenen Kindheit. Viele haben durch sie das Kino lieben gelernt.

Mit den Erinnerungen in unseren Köpfen und Bildern auf der Leinwand wollen wir Marias Geburtstag feiern und uns freuen, dass es ihr Kino, ihr Vermächtnis auch heute noch gibt.


Theo B Busch
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